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Kleines Körperlexikon

Was geht ab unter der Haut?

Egal, ob wir gerade im Alltag herumwuseln oder auf der faulen Haut liegen: In
unserem Inneren herrscht rund um die Uhr Hochbetrieb. Dort wird unermüdlich
gefiltert, gewacht, bekämpft, produziert und wieder abgebaut.

Köperteil
Position
Darstellung
Benennung

Milz

Die Milz – Saubermacherin mit Schattendasein

Wozu haben wir es faustdick zwischen Magen und Zwerchfell?

Gute zehn Zentimeter lang und vier bis sieben Zentimeter dick liegt unsere Milz im linken Oberbauch – gleich unter dem Zwerchfell und an den Magen angrenzend. Dort filtert sie unser Blut, produziert und speichert wichtige Bausteine für das Immunsystem und hält einen ständigen Vorrat an Blutzellen bereit.

Vorteilspackung

Genau betrachtet vereint die Milz gleich zwei Organe in einer Bindegewebskapsel:

  1. Die rote Pulpa (von lateinisch pulpa „Fruchtfleisch“)
    Sie bildet das rote Gewebe der Milz und besteht aus feinsten Blutgefäßen (Kapillaren) – daher die Farbe. Die rote Pulpa filtert unerwünschte Partikel aus dem Blut, wie alte Blutzellen, winzige Gerinnsel, Bakterien und Tumorzellen. Wiederverwertbares wird recycelt, der Rest entsorgt. Außerdem speichert die rote Pulpa Blutplättchen und weiße Blutkörperchen, um sie bei Bedarf auszuschütten.
  2. Die weiße Pulpa
    Sie gehört zum Immunsystem und besteht aus stecknadelgroßen, weißlichen Milzknötchen, die in die rote Pulpa eingebettet sind. Die Milzknötchen lassen Abwehrzellen (Lymphozyten) reifen und speichern sie. Zusätzlich werden hier Immunglobuline gebildet – Antikörper, die bei einer Infektion ins Blut abgegeben werden.

Blutige Sachen

Das kleine, meist unbeachtete Organ kann aber noch mehr. So produziert die Milz den Großteil der Blutkörperchen vor unserer Geburt. Ab dann übernimmt das Knochenmark den Job. Erst im Notfall springt sie wieder ein, etwa wenn das Knochenmark durch eine Krankheit wie Leukämie als Blutzellenfabrik ausfällt. Noch etwas verdanken wir (möglicherweise) der Milz: das Seitenstechen, das uns manchmal beim Laufen plagt. Es könnte entstehen, wenn die Milz anschwillt und damit das Bauchfell dehnt, etwa um uns mit dem von ihr gespeicherten Blut zu versorgen. Aber so ganz genau ist das noch nicht geklärt.

Müssen aber nicht

Auch wenn die Milz uns überaus wertvolle Dienste leistet – überleben können wir zur Not auch ohne sie, vor allem als Erwachsene. Vielleicht ist deshalb relativ unbekannt, was die Milz so treibt. Funktioniert sie nicht mehr, muss sie jedenfalls operativ entfernt werden. Danach übernehmen andere Organe ihre Aufgaben – etwa die Leber, die Lymphknoten oder das rote Knochenmark. So lässt sich auch ohne Milz ein weitgehend normales Leben führen – mit einer Einschränkung: Ohne Milz sind wir weitaus anfälliger für Infekte und Sepsis (Blutvergiftung). Schutzimpfungen sind dann ganz besonders wichtig, vor allem gegen Pneumokokken.

zehn Zahlen Durchschnittlich wiegt die Milz zwischen 150 und 200 Gramm.
Die Milz ist Durchblutungsweltmeister, denn unser gesamtes Blut durchströmt das Organ täglich etwa 500 mal.
Fällt die Blutbildung im Knochenmark aus, dann muss wieder die Milz ran – und kann dabei auf bis zu 40 Zentimeter anschwellen.
Etwa 30 Prozent unserer weißen Blutkörperchen werden in der Milz gespeichert.
Die rote Pulpa macht rund 80 Prozent des Milzgewebes aus.
kurz und knapp Die Milz filtert ...
... unser Blut und befreit es von alten Blutzellen, Bakterien und anderen unerwünschten Teilen
Die Milz speichert ...
... verschiedene weiße Blutkörperchen für das Immunsystem und eine gewisse Menge Blut für „Notfälle“.
Die Milz produziert ...
... das Blut für den Embryo.
Die Milz ist ...
... nicht lebensnotwendig für uns, allerdings steigt ohne sie das Risiko für gefährliche Infektionen.